CHRONIK DER FAMILIE BARISCH

Der Stammsitz der Familie Barisch zu Willwitz ist nachweislich seit dem 30-jährigem Krieg das Gut in Bärwalde, Kreis Frankenstein in Schlesien. Dieses war von 1620 bis 1906 im Familienbesitz und wurde aufgrund von Erbregulierungen verkauft. Kirchenbücher liegen für Bärwalde seit 1652 im Erzbischöflichen Kirchenbucharchiv zu Breslau vor. Im selbigen Jahre wird am 4. Juni 1652 Christoff (B)Parisch zu Bärwalde getauft, der Vater Christoff (B)Parisch, die Mutter Justina. In den 1860er Jahren kaufte Conrad Sebald Barisch, nach dem Tod seines Vaters Amand und seiner Mutter Euphrosina, geb. Buhl aus Frömsdorf, das Gut in Willwitz und gründete 1862 mit der Heirat von Auguste Haucke vom Nachbargut in Bärwalde den heute noch existierenden Zweig unserer Familie, welche nach der Vertreibung 1946 in Hövelhof bei  Paderborn eine neue Heimat gefunden hat.

Johann Christoph Bährisch

Siegel von (Johann) Christoph Bährisch AD 1742

Die Katholische Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist zu Bärwalde in Schlesien hatte eine „Bruderschaft von der Todesangst Jesu Christi am Kreuze“. Diese Bruderschaft wurde 1726 vom damaligen Pfarrer Bernhard Wittiber gegründet, selbiger ist mit dem Abt Adalbert Krebs aus Schildau in Rom gewesen und hat am 14. März 1726 die Bruderschaft vom damaligen Papst Benedikt XIII. bestätigen lassen. Das Bruderschaftsfest wurde jedes Jahr am Passionssonntag, also am 2. Sonntag vor Ostern, festlich begangen. Nicht nur Bärwalder, sondern auch viele Gläubige aus den umliegenden Gemeinden waren Mitglieder dieser Bruderschaft. Das letzte Bruderschaftsfest wurde am Passionssonntag 1945 begangen, es stand schon unter dem Zeichen des herannahenden Unheils.

Stammsitz
Hof Nr. 21, Haus Nr. 74
in Bärwalde

Dieser Hof war nachweislich seit 1620 im Besitz der Familie Barisch.
1908 erwarb Josef Siegert den 135 Morgen großen Barisch-Hof für 108.000 Mark von dem Kaufmann Wagner aus Frankenstein. Wagner hatte 1906 den Hof von dem Bauern Petrus Barisch (Sohn von Reinhold Barisch, welcher ein Bruder von Conrad Sebald Barisch war) für 84.000 Mark gekauft. Petrus Barisch hatte zwei Söhne, der eine lernte Musiker und ist im 1. Weltkrieg gefallen. Der andere war in der Landwirtschaft und ist 1939 im Polenfeldzug unverheiratet gefallen. Seit dem ist diese Linie in Bärwalde ausgestorben.

Ein Bruder von Petrus Barisch hatte nach Loberau geheiratet. Dieser hatte zwei Töchter und ist von seinem Schwiegersohn erschossen worden. Der Name ist leider vergessen. Dieser bekam dafür 10 Jahre Zuchthaus. Es sind allerhand Dinge passiert. Petrus Barisch war aus erster Ehe, von Reinhold Barisch und Anna Negwer, mit vier Geschwistern. Ein Bruder war beim Militär geblieben. Reinhold hatte in zweiter Ehe Anna Kinscher, die Schwester des Viehhändlers Kinscher, aus Hertwigswalde geheiratet. Von dieser Frau waren die Söhne Bruno, geb. 1877, Alfred geb. 1882 und Max geb. 1887, sowie noch 3 Brüder und 1 Schweister. Max war sehr musikalisch und spielte an hohen kirchlichen Festtagen die zweite Geige auf dem Chorboden. Zudem war er auch Ministrant gewesen. Er ging auf die Unteroffizierschule und hat kapituliert. 1918 ist er an Kriegsverletzungen im Lazarett verstorben. Alfred Barisch war gelernter Tischler, er hat 1905 die Bauerntochter Meta Wildenhof (Gasthaus Hermann Pohl) aus Alt-Reisezagel geheiratet und kaufte ein Gasthaus im Kreis Halbelschwerdt. Nach ein paar Jahren wurde er bankrott und war dann Portiert in einer Fabrik in Reichenbach oder Schweidnitz. Während des 2. Weltkrieges war er auch am schwarzen Sonntag bei seinem Onkel Heinrich Kinscher zu Besuch. Er stand am Grab seiner Eltern und Großeltern. Bruno Barisch heiratete 1901 von dem Bauern Fuhrmann (Paul Nowag) die älteste Tochter Maria und kaufte sich ein Gasthaus in Leuchten Kreis Öls. Nach ein paar Jahren verkaufte er wieder und kaufte sich in Breslau eine Speisewirtschaft. Das Geschäft ging sehr gut. Bruno Barisch wurde 1932 bei einem Nazi-Aufmarsch im Wortwechsel erschossen.

Da nun der alte Barisch, also Reinhold Barisch kein Testament gemacht hatte, kam der Hof 1895 in die Versteigerung zwecks Erbregulierung. Seine Brüder aus erster Ehe und auch der Vormund von den drei Söhnen aus zweiter Ehe, waren mit dem Preis von 26.000 Taler, den Petrus Barisch freiwillig anbot, zufrieden. Jedoch der Schwager Kinscher aus Hertwigswalde, welcher die Tochter geheiratet hatte, war damit nicht einverstanden und es kam eben zur gerichtlichen Versteigerung. Und siehe da, sie brachte nur 24.000 Taler, also 2.000 Taler weniger, als er seinen Geschwistern geboten hatte. Für diesen Preis wurde Petrus Barisch Eigentümer des Hofes. Er heiratete die Bauerntochter Klara Wolf vom Hof Nr. 20 (Erhard Nitsche). Es ist nicht bekannt, was sie für ein Vermögen hatte, jedenfalls kann es nicht klein gewesen sein, denn es waren ja nur noch zwei Kinder. Der Vater von Petrus Barisch hieß Reinhold, er heiratete 1876 die Tochter des Fleischers Julius Kinscher, es war die Schwester von Heinrich Kinscher (von Nr. 21). die Mutter von Reinhold Barisch (Sohn von Reinhold) war eine geborene Negwer von Nr. 59.

Gut
Hof Nr. 3, Haus Nr. 3
in Willwitz

Conrad Sebald Barisch, geb. 1832 als jüngstes Kind seiner Eltern Amand Barisch und Euphrosina Buhl in Bärwalde. Er hatte 10 Geschwister, unter andern Reinhold Barisch, geb. 1824 und Ida Clara, geb. 1867. Sie heiratete 1901 Herman Buchal aus Bärwalde. Ein Name welcher meinen Vater immer im Kopf rumschwierte, er aber nicht soviel damit anfangen konnte, bis zu dem Tag, da ich alten Unterlagen wieder einmal durchlas und über Irrwege an die Adresse des Enkels Georg Buchal, geb. 1931 kam. Seit dieser Zeit stehen wir im telefonischen und persönlichen Kontakt. Er hat mir auch sehr schön bei einigen Sachen weitergeholfen. Im Jahre 1862 heiratete Sebald Barisch, Auguste Haucke, die Tochter des Nachbargutsbesitzers Ignatz Haucke. Zuvor hatte er um 1860 für 30.000 Goldmark das 80 Morgen große Restgut (laut Hypothekenbuch als Nr. 4 bezeichnet) in Willwitz von Franz & Johanna Ihms gekauft. Mein Großvater bezeichnete ihn als Juden, da dieser wohl mit meinem Ur-Urgroßvater Sebald Barisch hart um den Preis gefeilscht hatte. Der Hof war der größte und soll mal 600 Morgen gehabt haben. Mein Großvater Alfons Barisch hat mir all dieses noch im hohen Alter von über 80 Jahren erzählt. Er wusste zwar nur noch bruchstückhaftes, aber es sollte sich alles als wahr herausstellen. Er hatte damals, vor dem 2. Weltkrieg, noch sämtliche Kaufverträge des Gutes in seinem Schreibtisch. Leider waren Aufgrund des Krieges sämtliche Urkunden, bis auf die Übergabeurkunde von seinem Vater Petrus auf ihn im Jahre 1937, verlorengegangen. In 15 Jahre langer Arbeit habe ich bis heute wieder fast sämtliche Tauf-/Geburts-, Trau- und Sterbeurkunden zusammengetragen, so dass ich ca. bis in das Jahr 1620 zurückkomme. 1899 ging das Gut auf meinen Ur-Großvater Petrus Barisch, Sohn von Sebald, über. Er baute in diesem Jahr die große Scheune neu. Man erzählt sich, dass 2 Ziegelmeister zwei Wochen lang Ziegel direkt hinterm Gutshaus, vom eigenen Lehm, brannten. Petrus hatte noch 8 Geschwister, 2 Brüder und 6 Schwestern. Er heiratete 1900 Maria Franziska Tschacher aus Heinzendorf bei Patschkau und bekam mit ihr 2 Söhne, Alfons und Josef sowie 3 Töchter, Maria, Adelheid und Elisabeth. Einer der Söhne, Alfons, ist mein Großvater. Sein zweiter Sohn Josef ist leider im 2. Weltkrieg an der Ostfront auf dem Rückzug gefallen. Maria, Tochter von Petrus heiratete 1927 den Vater ihres 8 Jährigen Kindes Alfons, Josef Rudolph aus Willwitz, welcher das größte Gut von 240 Morgen im Dorf hatte (Bauerngut Nr. 11). Leider ist auch Alfons Rudolph 1945 an der Ostfront gefallen. Adelheid hat Wilhelm Kaiser und Elisabeth Josef Schneider aus Willwitz geheiratet. Alfons Barisch heiratete 1939 meine Großmutter Martha Kirsch aus Ober-Kunzendorf und sie bekamen 1942 einen Sohn geboren. Sein Name ist Georg Alfons Barisch, mein Vater. Er ist leider 2005 im Alter von 63 Jahren gestorben. Er war der tapferste und ist mein Vorbild, da er immer für uns da war.

ZU FRANKENSTEIN, BÄRWALDE UND WILLWITZ IN SCHLESIEN